Donnerstag, 16. November 2017

(Quilting) "London Nights" - Quilt in Gold und Luster

Kennt ihr das Phänomen? Ihr habt euch zu einem Näh- /Patchworkkurs angemeldet, das Thema ist klar und ihr wisst schon ganz genau, welche Stoffe ihr bei eurem Projekt verwenden wollt?
So ging es mir im Sommer, als ich schon zum zweiten Mal an einem Kurs mit Brigitte Heitland teilgenommen habe. Unbedingt sollten meine Effekt für den "London Nights" aus "Luster"- Stoffen von Brigitte entstehen. Eine Herzensentscheidung und damit fiel es mir wesentlich leichter als noch beim "Clarity"- Quilt aus dem vergangenen Jahr.



Ebenso wie beim "Clarity" wird auch beim "London Nights" der Hingucker appliziert. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr hatte ich mir dieses Jahr als Ziel gesetzt an dem Wochenende zumindest alle Streifen fertig appliziert zu haben.
Seit dem vergangenen Jahr bin ich "Appliziervliestechnisch" um einige Erfahrung reicher. Wohlwissend habe ich dieses Mal mit dem wunderbaren Heat- n-Bond gearbeitet.
Falls ihr wissen wollt, was so wunderbar ist an diesem Zauberzeug, findet hier meinen Bericht darüber. Toll, wenn alles nach einmaligem Bügeln an Ort und Stelle bleibt.



Aber auch dieses Mal galt es einer neuen Herausforderung Herr zu werden. Als Hintergrundstoff hatte ich mir das traumhaft goldglitzernde "Manchster Metallic Gold" von Robert Kaufman augesucht. Hier sind feinste goldene Lurexfäden eingewebt. Der Stoff ist wunderbar weich und glitzert dezent aber traumhaft zugleich.
Doch er hat, wie auch schon Essex Linen eine kleine Schwäche. Hat man viele offene Kante und muss das Objekt häufig wenden, drehen, unter der Maschine hin und her schieben, so beginnt der Rand auszufransen. Ein wenig Abhilfe schafft man, wenn man die Teile vorher mit einem Zickzackstich versäubert. Ich habe zusätzlich zu meiner finalen Größe ein paar Inch zusätzlich gegeben, um später auf saubere Kanten zurückschneiden zu können.




Zurück zu meinen Applizier- Zielen. Ich habe mich wahnsinnig gefreut, denn ich konnte tätsächlich alle Streifen nach den zwei Kurstagen als angenäht abhaken. Da hieß es zu Hause Gedanken ums Quilting machen und den Rückseitenstoff. Letzteres hatte sich schnell erledigt, denn ich hatte noch eine ausreichende Menge eines gut gelagerten Basic Grey- Stoffes von annodazumal im Schrank.



Gequiltet habe ich free motion in, wie nennt man das???, Schlangenlinien? Das ging unheimlich gut, denn es wird ja immer nur partiell ein kleines Stück bearbeitet, so muss der gesamte Quilt garnicht so häufig unter dem Arm der Maschine hindurch gequetscht werden. Zu guterletzt das Binding- hier eine Scrappyvariante mit allen verwendeten Lusterstoffen.



Einen ausführlichen Bericht, wer alles mit mir am Kurs teil genommen hat und was die anderen genäht haben, findet ihr hier.

Alles Liebe

Judith

Infos:
Stoffe- Luster fabrics by Brigitte Heitland für Moda fabrics,  Manchester golden metallic von Robert Kaufmann
Quiltanleitung- "London Nights" von Brigitte Heitland 
verlinkt zu- Quilt Collection, RUMS, Farbenspiel, Modern Patch Monday 

Mittwoch, 8. November 2017

(Kleidung) Tunika "Barcelona" trifft Kokka

Nachdem ich das erste Mal in meinem Leben, irgendwann nachdem Barbara bereits meine Neugier für Double Gauze ins unermessliche gesteigert hatte (das muss also irgendwann in 2015 passiert sein), eine erste Fühlprobe an diesem wunderbaren - nicht dehnbaren- Stoff gemacht hatte, war es um mich geschehen.
Es ist ein Traum. Ich liebe es wie leicht der Stoff bereits auf dem Ballen ist und ein paar Meter für Bekleidungsstücke sind quasi ein weicher Traum aus Nichts.



In den cremefarbenen Kokka Double Gauze mit goldenen Akzenten hatte ich mich umgehend verliebt.
An Kokka fabrics mag ich grundsätzlich schon einmal, dass die Muster einfach anders sind. Das japanische Stofflabel hebt sich mit seinen Kreationen regelmäßig und deutlich von anderen gängigen Marken ab.
Wenn ich schon ein Kleidungsstück für mich nähe, dann möchte ich ungern mit kleinen Drache, Seepferdchen oder derartigen Mustern bekleidet sein. Seien sie auch noch so niedlich.
Aber ein Mädchen bin ich durch und durch. Denn wenn es glitzert, dann schreie ich schnell Hurra und muss entwas uuuunbedingt haben. 



Der Stoff hatte also den gewissen Haben- Wollen- Faktor gleich aufgedruckt. Die Beschaffenheit des leichten Materials, der helle Farbton mit dem graphischen Muster finde ich ist wie geschaffen für eine schöne Bluse/ Tunika. Ich habe mich hier für das Schnittmuster "Barcelona" entschieden.
Ein schlichter Schnitt und dank verschiedener Ärmelvarianten sehr wandelbar. Ich habe auf Grund von Stoffknappheit (das kommt davon, wenn man nur 1,5m kauft und der Stoff nur 1,10m breit liegt) für die kürzeste Ärmelvariante entschieden.
Zur Tunika lässt sich an kühleren Tagen auch eine schöne Strickjacke/ Cardigan tragen.



Leider musst auf Grund der Witterungsverhältnisse und des grauen Himmels die Fotos dieses Mal drinnnen entstehen. Mag ich ja so garnicht und doch wollte ich euch die Tunika gerne im getragenen Zustand zeigen.



Nun gut, sie mag zur Zeit nicht ganz so optimal sitzen, wie ich es vielleicht gerne hätte. Aber da ist halt jetzt ein kleiner Bauch im Weg, der gerne da sein darf. Im kommenden Sommer wird er längst gewichen sein und dann passt die Tunika auch wieder wunderbar luftig und lässig. Wie bereits vor einigen Monaten als ich sie genäht habe.


Apropos genäht: Innen habe ich beinahe alle Nähte mit französischen Nähten genäht. So ist auch innen immer ein schöner Abschluss gegeben. 




Alles Liebe

Judith

Infos:
Stoff- Kokka Double Gauze "Monochrome"
Schnitt- "Barcelona" von Pech & Schwefel, genäht in Größe 38
verlinkt zu- RUMS, MMM, Farbengespieltes

Montag, 6. November 2017

(Patchwork) nobody's perfect- meine UFOs

Es ist ja nicht so, als sei die Welt hier hinter dem Bildschirm immer perfekt. Ich kaufe zu viele Stoffe, einfach weil ich mich verguckt habe, manche auch mit konkretem Plan. Aber das sind die wenigsten. Andere wandern hier her, weil ich Design, Farbe, Qualität einfach unglaublich ansprechend finde.
Ebenso verhält es sich mit meinen Projekten. Ich fange ein Projekt an, weil mich Muster, Formen, Quilting und andere Bewegunggründe an die Nähmaschine/ den Rollschneider fesseln, mindestens solange bis mich die Motivation verlässt.
Manchmal schneller, manchmal erst, wenn das Objekt der Begierde fix und fertig ist und manchmal -plopp- einfach so mittendrin, weil es einen neuen Lieblingsstoff gibt, in der neuen Patchworkzeitung ein tolles Muster ist, diese Täschlein auf Instagram einfach zu niedlich sind und die anderen MCQs wieder hervorragende Ideen aufgetan haben.

Apropos MCQs

Meine lieben MCQ- Mädels, oder zumindest May hatte den unglaublich anständigen Plan bei sich im Nähzimmer all die unfertigen Objekte (unfinished objects) = UFOs zu sichten. Nun ja, sie bat uns doch auch mal mit diesem Hintergrund nach dem Rechten zu sehen.
Das sie schnell in so guter Gesellschaft bei der Sammlung an UFOs sein würde, damit hatte May wohl nicht gerechnet. Von mir hatte sie sogar den wunderbaren Eindruck, dass ich allen Ernstes immer ein Projekt beende, bevor ein Neues in den Mittelpunkt tritt. Doch das Bild ist ein völlig anderes und manchmal muss man zu seinen "Schanden" stehen.
Ich muss sagen, ich hätte das Grauen gerne länger intensiv ignoriert. Aber manchmal muss frau der Wahrheit ins Auge schauen.
In meinem Falle umfasst diese Wahrheit der unfertigen Objekte eine beachtliche Sammlung.



Meine unfertigen Projekte


Sieben (!) fertige Quilttops, vier Kissentops (teils hab ich mit dem Quilting begonnen), zugeschnittene Teile für vier neue Quilttops, sowie zwei zugeschnittene Täschlein, Probeblöcke und diverse geheftete Hexies, welche wohl alle mal einen Plan hatten, etwas zu werden und zu guterletzt noch ein bereits gequilteter Tischläufer bei dessen Anblick mich das Schaudern packte, kann ich aktuell vermelden, wobie wer weiß, vielleicht hat sich ja noch was vor mir versteckt.



Zugegeben gut Ding will Weile haben, aber vielleicht habe ich bei manchem Projekt die Geduld ein bisschen überstrapaziert. Etwa dem erwähnten Tischläufer. Fand ich damals meine Farb- und Patchworkmusterwahl gelungen, stehe ich jetzt innerlich köpfschüttelnd vor diesem Objekt.


Wie geht es weiter?



Ich hatte, nachdem ich alle diese Projekte mal wieder zu Tage gefördert hatte, das dringende und innigste Bedürfnis mich diesen Arbeiten zuerst zu widmen. Garnicht so leicht, bei der Fülle an "Angeboten" zu entscheiden, welches die höchste Priorität bekommen sollte.  Womit will ich beginnen? Ein wenig Ruhe gab mir das Gefühl, dass ich mich bereits in den vergangenen Wochen bereits dem Finish zweier Quilts aus der Quilttopsammlung gewidmet hatte.

Aus meinem Quilttop- Stash habe ich zwei Quilttops hervorgeholt, bei welchen ich bereits den Rückseitenstoff hier liegen habe und auch das Quilting klar ist. Ich müsste dann wohl "nur" mal Basten um mit dem Quilting zu beginnen. Unter den vier Kissentops fanden sich zwei, welche sich herrlich als Weihnachtsgeschenke machen würden. Die beiden Täschlein brauchen nur noch zusammengenäht zu werden.
Was meint ihr? Ist sechs aus 100 eine gute Beginnerquote? Ich finde es wichtig bei dieser Art des "Aufholens" nicht unter Druck zu geraten, sonst fängt Frau ja garnicht erst an.

Mit Mays Vorsatz: Erst wieder mit neuen Projekten zu starten, wenn mindestens FÜNF UFos auf die Liste der fertigen Objekte (gibt es dafür eigentlich ein Synonym?) gewandert sind, kann ich durch aus klar kommen.

Den Anstoß zu diesem Post gab der gemeinschaftliche UFO- Post auf dem MCQ- Blog. Ich kann euch wärmstens empfehlen einen Blick auf die UFO- Sammlung meiner Weggefährten zu werfen.

Natürlich interessiert mich nun ungemein, wie es sich bei Euch verhält. Habt ihr UFOs? Könnt ihr sie noch überblicken? Oder gehört ihr zu der Sorte Näher, die immer genau ein Projekt im Blick haben und danach geordnet ans Nächste gehen? Ich bin gespannt.

Alles Liebe

Judith